Bassreflex Boxen sind eine der beliebtesten Gehäuseformen, wenn es um druckvolle und effiziente Basswiedergabe geht. In diesem Beitrag erfährst du alles Wissenswerte über den Aufbau, die Funktionsweise und die Berechnung einer Bassreflex Box.
Aufbau und Funktionsweise
Eine Bassreflex Box besteht aus einem Lautsprecher und einem oder mehreren Reflexrohren (Ports). Im Gegensatz zu einer geschlossenen Box nutzt das Gehäuse die rückwärtige Schallenergie des Lautsprechers, um den Bass zu verstärken.
- Bassreflexöffnung: Ein genau abgestimmtes Rohr oder Kanal, durch den die rückwärtige Schallwelle aus dem Gehäuse austritt.
- Phasenaddition: Die aus dem Reflexkanal austretende Schallwelle ist in Phase mit der vorderen Schallwelle und verstärkt den Bass.
- Abstimmfrequenz (
): Die Frequenz, bei der die Resonanz des Reflexkanals den Lautsprecher unterstützt.
Akustische Eigenschaften
- Tieftonwiedergabe: Eine Bassreflex Box bietet eine stärkere und tiefere Basswiedergabe als eine geschlossene Box.
- Rolloff: Der Bass fällt typischerweise mit 24 dB/Oktave unterhalb der Abstimmfrequenz ab.
- Effizienz: Höher als bei geschlossenen Systemen, da ein Teil der rückwärtigen Schallenergie genutzt wird.
Vorteile der Bassreflex Box
- Mehr Bass: Durch die Unterstützung des Reflexkanals entsteht ein kräftiger, voluminöser Bass.
- Höherer Wirkungsgrad: Weniger Verstärkerleistung erforderlich im Vergleich zu geschlossenen Systemen.
- Kompaktere Bauweise: Für denselben Tieftonpegel ist weniger Gehäusevolumen nötig.
Nachteile der Bassreflex Box
- Präzision: Weniger präzise im Bassbereich als geschlossene Gehäuse, da Resonanzen auftreten können.
- Gruppenlaufzeit: Höhere Phasenverschiebung, was zu einem „weicheren“ oder „schwammigeren“ Bass führen kann.
- Aufstellungsprobleme: Die Nähe zu Wänden oder Ecken kann den Bass überbetonen oder Dröhnen verursachen.
Berechnung des Gehäusevolumens und der Bassreflexöffnung
Um eine Bassreflex Box richtig abzustimmen, benötigt man die Thiele-Small-Parameter des Lautsprechers. Es gibt mehrere Weg nach Rom der in der folgenden Formel verwendete Faktor 15 wird oft variiert man findet Werte zwischen 10 und 20. Man kann hier also rum experimentieren und sich eine geeignete Kombination aus Boxenvolumen und Abstimmfrequenz erarbeiten. Das Gehäusevolumen wird wie folgt berechnet:
![]()
: Gehäusevolumen in Litern
: Äquivalentes Volumen des Lautsprechers (in Litern)
: Gesamtgüte des Lautsprechers
Als nächstes Wählt man die Abstimmfrequenz
. Sie sollte im Bereich
und
liegen, wobei
die Resonanzfrequenz des Chassis ist. Niedrige Werte ergeben einen tiefen, präzisen Bass – Hohe Werte ergeben weniger Tiefgang jedoch hohe Pegel. In der Regel sollte die Abstimmfrequenz
nicht höher als
sein, ausgenommen bei PA-Anlagen.
Die Länge des Bassreflexrohrs kann nach folgender Formel berechnet werden:
![]()
: Länge des Reflexrohrs (in cm)
: Innendurchmesser des Reflexrohrs (in cm)
: Gewünschte Abstimmfrequenz (in Hz)
: Gehäusevolumen (in Litern)
Hat man eine Kanal anstelle eines Rohrs berechnet man die Länge mit dieser Formel:
![]()
: Länge des Reflexkanals (in cm)
: Querschnittsfläche des Reflexkanals (in cm²)
: Gewünschte Abstimmfrequenz (in Hz)
: Gehäusevolumen (in Litern)
Der innere Querschnitt des Bassreflexrohrs bzw. -kanals sollte mindestens 1/10 der Membranfläche
betragen.
Anwendung von Bassreflex Boxen
Bassreflex Boxen eignen sich hervorragend für:
- Heimkino-Systeme: Satter, druckvoller Bass für Filme und Musik.
- PA-Anlagen: Hoher Wirkungsgrad bei großen Lautstärken.
- Subwoofer: Besonders in Car-HiFi-Systemen beliebt.
Fazit
Bassreflex Boxen sind eine hervorragende Wahl, wenn es um viel Bass und hohen Wirkungsgrad geht. Mit den richtigen Berechnungen und einer guten Abstimmung kann eine Bassreflex Box nicht nur laut, sondern auch präzise klingen. Achte bei der Planung auf die Thiele-Small-Parameter und die richtige Positionierung im Raum, um das Beste aus deinem Lautsprecher herauszuholen!